Wertstromanalyse Beispiel: Lenkungshalter Schritt für Schritt
Das Beispiel „Lenkungshalter“ aus „Learning to See“ ist der Klassiker der Wertstromanalyse. Hier wird es Schritt für Schritt aufgebaut und mit den Kennzahlen des Wertstromdesigners nachgerechnet.
Rahmen
Produktfamilie: Lenkungshalter links/rechts. Kunde: Fahrzeugwerk mit 920 Stück pro Tag, Lieferung täglich. Arbeitszeit: zwei Schichten, 460 Minuten netto pro Schicht. Lieferant: Stahlwerk mit wöchentlicher Lieferung von Coils.
Prozesse und Datenkästen
- Stanzen: Zykluszeit 1 s, Rüstzeit 60 min, Verfügbarkeit 85 %, Losgröße 1.000, EPEI 2 Wochen.
- Schweißen 1: Zykluszeit 39 s, Rüstzeit 10 min, Verfügbarkeit 100 %.
- Schweißen 2: Zykluszeit 46 s, Rüstzeit 10 min, Verfügbarkeit 80 %.
- Montage: Zykluszeit 62 s, Rüstzeit 0, Verfügbarkeit 100 %, Ausschuss 2 %.
- Versand: Verladung ohne nennenswerte Zykluszeit.
Bestände und Zeitlinie
Zwischen den Prozessen liegen Coils für 5 Tage, Stanzteile für 2,5 Tage, Baugruppen, Geschweißte und Fertigwaren für 2 Tage. Die Zeitlinie summiert die Reichweiten zu rund 11 Tagen Durchlaufzeit; die Bearbeitungszeit beträgt 2,6 Minuten. Wertschöpfungsanteil: 0,05 %.
Was die Karte zeigt
Der Engpass ist die Montage: 62 s Zykluszeit bei 2 % Ausschuss ergibt 63,3 s effektiv, über dem Takt. Schweißen 2 liegt mit 46 ÷ 0,8 = 57,5 s ebenfalls knapp. Die Wochenplanung an jeden Prozess erzeugt Push und damit die Bestände.
Im Soll-Zustand werden Schweißen und Montage zur Fließzelle, Stanzen bedient einen Supermarkt per Kanban, der Schrittmacher erhält einen Tagesplan. Die Durchlaufzeit sinkt auf etwa 4,5 Tage. Beide Zustände liegen als Vorlagen im Wertstromdesigner und lassen sich im Ist/Soll-Vergleich gegenüberstellen.
Im Wertstromdesigner üben
Lade die Demo, prüfe die genannten Kennzahlen und vergleiche sie über „Ist/Soll-Vergleich“ mit der Vorlage „Lenkungshalter (Soll-Zustand)“.
Vorlage im Designer öffnen Leer startenHäufige Fragen
Woher stammt das Lenkungshalter-Beispiel?
Aus „Learning to See“ von Mike Rother und John Shook (Lean Enterprise Institute, 1999), dem Standardwerk der Wertstromanalyse. Die deutsche Ausgabe heißt „Sehen lernen“.
Kann ich das Beispiel mit eigenen Zahlen durchrechnen?
Ja. Die Demo im Wertstromdesigner lässt sich beliebig ändern; Zeitlinie, Takt und Engpass werden sofort neu berechnet.