Wertstromanalyse Beispiel: Lenkungshalter Schritt für Schritt

Aufbau 12 Minuten Lesezeit · Stand 2026-10-26

Das Beispiel „Lenkungshalter“ aus „Learning to See“ ist der Klassiker der Wertstromanalyse. Hier wird es Schritt für Schritt aufgebaut und mit den Kennzahlen des Wertstromdesigners nachgerechnet.

Rahmen

Produktfamilie: Lenkungshalter links/rechts. Kunde: Fahrzeugwerk mit 920 Stück pro Tag, Lieferung täglich. Arbeitszeit: zwei Schichten, 460 Minuten netto pro Schicht. Lieferant: Stahlwerk mit wöchentlicher Lieferung von Coils.

Kundentakt = 460 min × 2 × 60 s ÷ 920 Stk ≈ 60 s je Schicht-Tag. In der Demo des Wertstromdesigners sind 460 Minuten pro Tag und 920 Stück hinterlegt, also Takt 30 s; beide Lesarten sind üblich, entscheidend ist die Konsistenz.

Prozesse und Datenkästen

Bestände und Zeitlinie

Zwischen den Prozessen liegen Coils für 5 Tage, Stanzteile für 2,5 Tage, Baugruppen, Geschweißte und Fertigwaren für 2 Tage. Die Zeitlinie summiert die Reichweiten zu rund 11 Tagen Durchlaufzeit; die Bearbeitungszeit beträgt 2,6 Minuten. Wertschöpfungsanteil: 0,05 %.

Was die Karte zeigt

Der Engpass ist die Montage: 62 s Zykluszeit bei 2 % Ausschuss ergibt 63,3 s effektiv, über dem Takt. Schweißen 2 liegt mit 46 ÷ 0,8 = 57,5 s ebenfalls knapp. Die Wochenplanung an jeden Prozess erzeugt Push und damit die Bestände.

Im Soll-Zustand werden Schweißen und Montage zur Fließzelle, Stanzen bedient einen Supermarkt per Kanban, der Schrittmacher erhält einen Tagesplan. Die Durchlaufzeit sinkt auf etwa 4,5 Tage. Beide Zustände liegen als Vorlagen im Wertstromdesigner und lassen sich im Ist/Soll-Vergleich gegenüberstellen.

Im Wertstromdesigner üben

Lade die Demo, prüfe die genannten Kennzahlen und vergleiche sie über „Ist/Soll-Vergleich“ mit der Vorlage „Lenkungshalter (Soll-Zustand)“.

Vorlage im Designer öffnen Leer starten

Kostenlos, ohne Anmeldung, im Browser. Kennzahlen, Zeitlinie und Prüfungen entstehen automatisch.

Häufige Fragen

Woher stammt das Lenkungshalter-Beispiel?

Aus „Learning to See“ von Mike Rother und John Shook (Lean Enterprise Institute, 1999), dem Standardwerk der Wertstromanalyse. Die deutsche Ausgabe heißt „Sehen lernen“.

Kann ich das Beispiel mit eigenen Zahlen durchrechnen?

Ja. Die Demo im Wertstromdesigner lässt sich beliebig ändern; Zeitlinie, Takt und Engpass werden sofort neu berechnet.

Selbsttest

1. Welcher Prozess ist im Beispiel der Engpass?
62 s Zykluszeit mit 2 % Ausschuss ergeben 63,3 s effektiv.
2. Warum entstehen die Bestände zwischen den Prozessen?
Jeder Prozess arbeitet seinen eigenen Plan ab und schiebt Material weiter.

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