Taktzeit und Kundentakt berechnen: Formel, Beispiel und Rechner

Einstieg 6 Minuten Lesezeit · Stand 2026-10-26

Der Kundentakt ist die Herzfrequenz des Wertstroms: alle wie viel Sekunden muss ein fertiges Teil die Fabrik verlassen, damit der Bedarf gedeckt ist. Jede Soll-Gestaltung richtet sich an ihm aus.

Kundentakt-Rechner

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Formel

Der Kundentakt wird aus der verfügbaren Arbeitszeit pro Tag und dem Kundenbedarf pro Tag berechnet. Pausen und geplante Stillstände werden von der Arbeitszeit abgezogen, Störungen nicht.

Kundentakt [s] = verfügbare Arbeitszeit pro Tag [s] ÷ Kundenbedarf pro Tag [Stk]
Beispiel: Zwei Schichten à 8 Stunden mit je 30 Minuten Pause ergeben 15 Stunden = 900 Minuten = 54.000 Sekunden. Bei 920 Stück pro Tag beträgt der Kundentakt 54.000 ÷ 920 = 58,7 Sekunden.

Kundentakt, Zykluszeit und Taktzeit

Der Kundentakt kommt vom Markt. Die Zykluszeit ist die tatsächliche Leistung eines Prozesses, gemessen zwischen zwei fertigen Teilen. Liegt die Zykluszeit über dem Kundentakt, kann der Prozess den Bedarf nicht decken; liegt sie deutlich darunter, produziert er auf Vorrat.

Die effektive Zykluszeit berücksichtigt Verfügbarkeit, Leistungsgrad und Ausschuss: Zykluszeit ÷ Verfügbarkeit ÷ Leistungsgrad ÷ (1 − Ausschuss). Erst sie ist mit dem Kundentakt vergleichbar. Die Taktzeit einer Linie ist die geplante Zeit je Station und wird knapp unter dem Kundentakt gewählt, um Störungen abzufangen.

Häufige Fehler

Im Wertstromdesigner üben

Ändere in der Vorlage „Maschinenbau“ Arbeitszeit und Kundenbedarf und beobachte, welche Prozesse über den Takt rutschen.

Vorlage im Designer öffnen Leer starten

Kostenlos, ohne Anmeldung, im Browser. Kennzahlen, Zeitlinie und Prüfungen entstehen automatisch.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kundentakt und Taktzeit?

Der Kundentakt ist die vom Markt vorgegebene Zeit je Teil. Die Taktzeit ist die geplante Zeit je Station einer Linie, meist etwas kürzer als der Kundentakt, damit Störungen nicht sofort auf den Kunden durchschlagen.

Wie berechne ich den Kundentakt bei mehreren Schichten?

Alle Schichten addieren, Pausen abziehen: zum Beispiel 3 Schichten à 7,5 Stunden netto = 22,5 Stunden = 81.000 Sekunden pro Tag.

Was tun, wenn die Zykluszeit über dem Kundentakt liegt?

Verfügbarkeit erhöhen (TPM), Rüstzeit senken (SMED), Arbeitsinhalte umverteilen (Operator-Balance) oder parallelisieren. Der Wertstromdesigner zeigt solche Prozesse rot und nennt den Handlungsbedarf.

Selbsttest

1. Verfügbare Zeit 27.000 s, Bedarf 450 Stück: Wie groß ist der Kundentakt?
27.000 ÷ 450 = 60 Sekunden.
2. Welche Zeit gehört nicht in die verfügbare Arbeitszeit?
Geplante Pausen werden abgezogen; Störungen und Rüsten mindern die Verfügbarkeit, nicht die Arbeitszeit.
3. Zykluszeit 50 s, Verfügbarkeit 80 %, Takt 60 s: Kann der Prozess den Bedarf decken?
Effektive Zykluszeit 50 ÷ 0,8 = 62,5 s liegt über dem Takt von 60 s.

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