Datenaufnahme am Shopfloor: Checkliste für die Ist-Aufnahme
Die Qualität einer Wertstromkarte entscheidet sich am Shopfloor. Zahlen aus dem ERP beschreiben den Plan, nicht die Wirklichkeit. Diese Checkliste zeigt, was Sie je Prozess erfassen, wie Sie messen und wie die Daten in die Karte kommen.
Vorbereitung
- Produktfamilie festlegen: Produkte mit gleichen Prozessschritten auf denselben Ressourcen (Produktfamilienmatrix).
- Kundendaten holen: Bedarf pro Tag oder Monat, Lieferfrequenz, Behälter- oder Losgrößen des Kunden.
- Arbeitszeit klären: Schichten, Pausen, geplante Stillstände; daraus die Netto-Arbeitszeit pro Tag.
- Team und Zeitpunkt: zwei Personen, ein normaler Produktionstag, Start beim Versand.
Je Prozess erfassen
Gehen Sie vom Versand rückwärts. An jedem Prozess notieren Sie den Datenkasten:
- Zykluszeit: Zeit zwischen zwei fertigen Teilen, mindestens fünf Messungen, Median oder Mittelwert; bei mehreren Mitarbeitern die Zeit je Teil am Ausgang.
- Rüstzeit: vom letzten Gutteil des alten bis zum ersten Gutteil des neuen Produkts.
- Verfügbarkeit: Anteil der Arbeitszeit, in dem der Prozess läuft (ohne Rüsten).
- Ausschuss und Nacharbeit in Prozent, Losgröße, Anzahl Mitarbeiter und Maschinen, Schichten, EPEI.
- Bei mehreren Varianten: Zykluszeit und Rüstzeit je Variante.
Bestände und Informationsfluss
Bestände werden am Aufnahmetag gezählt: vor dem Prozess, nach dem Prozess, in Pufferlagern und auf Transportwegen. Zählen Sie Stück oder Behälter × Inhalt, nicht Lagerbestand aus dem System.
Für den Informationsfluss fragen Sie an jedem Prozess: Woher weißt du, was du als Nächstes fertigst? Die Antworten (Wochenplan, Zuruf, Kanban, Augenschein) sind die Pfeile oben in der Karte.
Messen mit dem Handy
Mit der Handy-Erfassung des Wertstromdesigners stoppen Sie Zykluszeiten direkt an der Linie: Start, bei jedem fertigen Teil „Teil fertig“, Stopp. Mittelwert oder Median gehen als Zykluszeit in den Datenkasten; Rüstzeit, Verfügbarkeit, Ausschuss und Mitarbeiter tragen Sie in großen Feldern ein. Ohne Netz werden die Werte gepuffert und später gesendet. Der Link dazu steht in jeder Live-Sitzung, auch als QR-Code.
Typische Fehler
- Planzeiten aus dem Arbeitsplan statt gemessener Zykluszeiten.
- Nur eine Messung statt mehrerer; Störungen verfälschen den Wert.
- Bestände aus dem System übernehmen statt zählen.
- Den Informationsfluss weglassen: Ohne ihn erklärt die Karte nicht, warum Bestände entstehen.
Im Wertstromdesigner üben
Starte mit der leeren Ist-Aufnahme und trage die Prozesse deiner Linie mit gemessenen Zykluszeiten ein.
Vorlage im Designer öffnen Leer startenHäufige Fragen
Wie viele Zykluszeit-Messungen brauche ich?
Mindestens fünf, bei stark schwankenden Prozessen zehn. Der Median ist robuster gegen Ausreißer als der Mittelwert; beide stehen in der Handy-Erfassung zur Wahl.
Zykluszeit oder Bearbeitungszeit?
Die Zykluszeit misst den Abstand zwischen zwei fertigen Teilen am Prozessausgang. Die Bearbeitungszeit ist die reine Arbeitszeit am Teil; bei mehreren Mitarbeitern ist sie länger als die Zykluszeit.